Die Eröffnung deiner Worte leuchtet, sie gibt Einsicht den Einfältigen. Psalm 119:130

Die gute Nachricht

das Evangelium

Gott braucht dich

Die Geschichte der Erschaffung des Menschen ist sehr bekannt, vor allem demjenigen, der in einem Land mit christlicher Tradition lebt. Aber die Debatte darüber, ob Gott den Menschen schuf oder nicht, verhüllt die wesentliche Frage, die die ersten Kapitel des 1. Buches Mose stellen: Warum hat Gott den Menschen erschaffen? Für die Heiligen Schriften ist die Erschaffung der Welt von Seiten Gottes eine Tatsache, mit einem einfachen Satz zusammengefasst: „Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1.Mose 1:1). Die ersten Kapitel des 1. Buches Mose kreisen daher um das einzige Thema, das Gott interessiert, das heißt um den Zweck der Erschaffung des menschlichen Wesens. „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild uns ähnlich“ (1.Mose 1:26)! Was bedeutet es, dass der Mensch im Bilde Gottes geschaffen wurde? Das Beispiel des Spiegels und des Handschuhs erlauben es uns, diese so tiefe Frage teilweise zu beantworten. Ein Spiegel reflektiert das, was sich vor ihm befindet; in gleicher Weise sind wir geschaffen worden, um etwas von Gott zu widerspiegeln. Aber im Unterschied zum Spiegel, bleiben wir Gott nicht fremd, denn Gott wünscht in uns hinein zu kommen, um sich in unserem Leben auszudrücken. So wie ein Handschuh seinen Nutzen zeigt, sobald er eine Hand umhüllt, so erfüllen wir unsere Bestimmung, sobald wir Gott in uns aufnehmen und das, was Gott ist, ausdrücken. Dieser Ausdruck Gottes durch den Menschen ist der Zweck und das Ziel der Schöpfung Gottes. Tag für Tag nähern wir uns Gott im Glauben und er füllt uns mit sich selbst. Alles, was wir von ihm gewinnen, drückt sich in unserem Leben aus und die Leute sehen es. Seine Menschlichkeit, seine Tugenden füllen uns so wie die Hand den Handschuh füllt: Die Leute sehen eine Person, aber sie nehmen die Vortrefflichkeiten Gottes durch diese Person wahr. Jeder Mensch empfindet die Notwendigkeit mit etwas gefüllt zu sein, aber Gott ist der einzige Inhalt, der vollkommen mit unserem inneren Sein zusammenpasst und uns deshalb völlig zufriedenstellt.

„Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ (1.Mose 2:8-9). Jede Person befindet sich vor derselben Wahl wie Adam: Tatsächlich trifft es einen jeden von uns zu entscheiden, das Leben Gottes aufzunehmen oder es abzulehnen. Sobald wir uns zu Gott im Gebet wenden und ihn bitten in unser Herz zu kommen, schmecken wir das erste Mal die Frucht des Baumes des Lebens. Danach nähren wir uns täglich davon und drücken immer mehr das göttliche Leben, das in uns hineingekommen ist, aus. Nahen wir uns zum Herrn, wenden wir ihm unser Herz zu und nähren wir uns mit seinem Leben! Der Baum des Lebens ist so zugänglich! Der Herr Jesus sagte: „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes ausgeht“ (Matthäus 4:4).

„Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben“ (1.Mose 2:16-17). Jedes menschliche Wesen braucht Speise, aber mit was ernähren wir uns? Wie Adam, befinden wir uns vor zwei Quellen: Auf der einen Seite sind wir vor dem Baum des Lebens, welcher uns die ewige Errettung verschafft, das göttliche Leben, und gestattet es uns, uns vom geistlichen Brot zu ernähren. Auf der anderen Seite steht der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen vor uns, welcher zum Tode führt, weil er uns dazu treibt, zu glauben, dass wir Gott nicht brauchen. Der Herr Jesus stellt sich uns heute in einer klaren Weise vor und lädt uns ein an ihn zu glauben, um ihn ins Herz zu bekommen. „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innerem

werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7:37-39). „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird gewiss nicht hungern; wer an mich glaubt, wird gewiss nie mehr dürsten“ (Johannes 6:35). Zögere nicht! Nähere dich dem Herrn Jesus; sage ihm, dass du an ihn glauben und ihn in dein Herz aufnehmen willst. Du wirst das erste Mal das Brot des Lebens kosten, du wirst gerettet sein, aber vor allem wirst du dich auf den Weg begeben, der es Gott ermöglicht, ein bisschen mehr sich auf dieser Erde auszudrücken.

Zwei Durstige am Brunnen

Die Geschichte der samaritischen Frau (Johannes 4: 1-42) drückt den tiefen Durst nach Zufriedenstellung aus, den jeder Mensch in sich hat. Die Erzählung beginnt mit einer interessanten Präzisierung: „Und er musste durch Samarien reisen … und dort war Jakobs Brunnen. Da nun Jesus von der Reise müde war, setzte er sich so an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde“ (Johannes 4: 4,6). Warum musste der Herr Jesus durch Samarien reisen? Um einer Frau zu begegnen, die seiner bedurfte. Diesen Schritt, den er zu uns tat, ist ein großartiger Ausdruck seiner Barmherzigkeit. Er blieb beim Brunnen Jakobs sitzen, zu Mittag unter der kochenden Sonne, um auf jene zu warten, der er begegnen sollte. „Eine Samariterin kam, um Wasser zu schöpfen“ (v.7). Als ich diesen Abschnitt las, war ich vom Liebreiz des Herrn Jesus angezogen, wie er mit dieser Frau umging, in welcher ich mich wiedererkannte. Wie sie, suchte ich, den inneren Durst momentan zufrieden zu stellen, indem ich jeden Tag am Brunnen des Lebens schöpfte. Wie sie, hatte ich verschiedene „Männer“: Den Sport (die Athletik, den Judo, das Skifahren, das Schwimmen, den Korbball), die Studien, die Feste unter Jugendlichen, die Kultur … Und wie sie, ermüdete ich nach einem Moment der Zufriedenstellung und suchte wieder andere Quellen der Freude. Mich berührte die Antwort, die der Herr Jesus der Samariterin gab: „Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt , das ich ihm geben werde, wird gewiss in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“ (vv.13-14). So viel das menschliche Leben, wie alle Dinge, die es bietet, selbst die besten, haben dasselbe Kennzeichen: Sie sind nicht dauerhaft. Während das Wasser, das der Herr Jesus mir gab, als ich an ihn geglaubt hatte, mir eine dauerhafte Zufriedenstellung verschaffte. „Sagt die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht hierher kommen (muss), um zu schöpfen“ (v.15). Die Samariterin stellte fest, dass sie nicht die tiefe und dauerhafte Zufriedenstellung kannte, die der Herr ihr anbot, darum bat sie in einer wie nur möglich einfachen Weise, von diesem lebendigen Wasser trinken zu dürfen. Heute wie damals, stellt sich uns der Herr Jesus vor, in der Erwartung, dass wir ihn in aller Einfachheit bitten: Herr, gib mir dieses Wasser! Die christlichen Traditionen spornen uns an für Gott zu handeln, aber die Bibel offenbart uns, dass der erste Schritt des Christenlebens „trinken“ ist. Dann „Jesus spricht zu ihr: Geh hin, rufe deinen Mann und komm her.“ Die Frau antwortete ihm: „Ich habe keinen Mann.“ Und Jesus: „Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann; denn fünf Männer hast Du gehabt, und den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt“ (vv.16-18). Indem Jesus den Finger auf das legte, was weh tut, trieb der Herr Jesus die Samariterin zur Buße. Auch wenn sie versuchte ihren Zustand zu verbergen, indem sie antwortete: Ich habe keinen Mann, demütigte Jesus sie nicht; in Liebe unterhielt er sich mit ihr, um sie dahin zu bringen ihre Sünden zuzugeben. Versuche nicht für deine Sünden zu „bezahlen“: Bekenne sie dem Herrn Jesus. Übe nicht

Reue, um die Errettung zu „verdienen“: Nimm das an, was Gott für dich vorbereitet hat. Gott selbst ist in einem Menschen Fleisch geworden und ist freiwillig auf dem Kreuz gestorben, um dich mit ihm zu versöhnen. Auch wenn du dich in einer beispielhaften Weise verhalten könntest, würde dies nicht eine einzige deiner Sünden wegnehmen; allein sein Tod am Kreuz hat die Sünden weggenommen und jetzt vergibt dir Gott, wenn du ihn darum bittest: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt“ (1.Johannes 1:9). Gib deine Sünden zu und bekenne sie, indem du Gott direkt um Vergebung bittest. Auf diese Weise bekommst du eine vollständige Errettung, die dir den Weg zu dem Brunnen des lebendigen Wassers öffnen wird.

„Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und ging hin in die Stadt und sagt zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob dieser nicht der Christus ist“ (Johannes 4:28-30)! Warum ließ die Frau den Wasserkrug stehen? Sie kam zu Jakobs Brunnen, um ein bisschen Zufriedenstellung zu finden, und zu ihrer Überraschung entdeckte sie einen völlig anderen Brunnen des lebendigen Wassers. Nachdem sie davon getrunken hatte, gab sie den Personen, die sie kannte, sogleich davon Zeugnis, und diese begaben sich zu Jesus und hörten seinem Wort zu. Heute ist der Herr Jesus Christus dein Retter und auch dieses lebendige Wasser, das ewiglich für deine Zufriedenstellung quillt. Laufe auf ihn zu und du wirst alle Krüge wegwerfen.

Geboren werden, leben, sterben

Das Kapitel 5 des 1. Buches Mose zählt eine Reihe von Mini-Biographien biblischer Persönlichkeiten auf, von Adam bis zu Noah. Kenan war einer von diesen: „Kenan lebte 70 Jahre und zeugte Mahalalel. Und Kenan lebte, nachdem er Mahalalel gezeugt hatte, 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Und alle Tage Kenans betrugen 910 Jahre, dann starb er“ (1.Mose 5:12-14). Wie sein Leben, so lässt sich auch das Leben vieler Personen mit drei Zeitwörtern zusammenfassen: geboren werden, zeugen und sterben. Es gibt nichts anderes hinzuzufügen. Wir kommen zur Erde, durchlaufen das Leben und am Ende ist das, was in uns bleibt wie der „Weg des Adlers am Himmel, der Weg einer Schlange auf dem Felsen, der Weg eines Schiffes im Herzen des Meeres“ (Sprüche 30:19). Es gibt Personen, die denken außergewöhnliche Werke verwirklicht zu haben, der Nachkommenschaft mindestens einen Abdruck ihrer Existenz zu übertragen: jemand im Bereich der Kunst, jemand im Bereich des Sports, jemand im Bereich der Politik, der Wirtschaft oder der Wissenschaft. Aber für die Bibel, hat derjenige, der lange lebte, wie es bei den in 1. Mose 5 aufgezählten Leuten der Fall war, oder derjenige, der große Dinge vollbrachte, nichts anderes getan als geboren zu werden, zu zeugen und zu sterben; obwohl er ziemlich lange gelebt hat und vielleicht große Dinge verwirklicht hat, erwähnt die Bibel sie nicht. Wir werden geboren, wir studieren, arbeiten, essen, wir ziehen eine Familie auf, werden alt und schließlich sterben wir alle. Dies ist unsere Geschichte. Was bleibt von uns? Was zählt im menschlichen Leben? Die Mini-Biographie von Henoch gibt die Antwort auf diese ausschlaggebende Frage: „Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinweg“ (1.Mose 5:24). Auch er wurde geboren, aber er lebte nicht nur; er wandelte mit Gott! Siehe, dies macht den Unterschied aus! Das, was ihn von den anderen unterschied, war seine persönliche Beziehung zu Gott. Während seines ganzen Daseins kümmerte er sich um Gott, eine lebendige Beziehung mit ihm zu haben, um ihn zu verstehen, ihm zu folgen, um durch Glauben mit ihm zu wandeln. So bestätigt das Neue Testament, dass Henoch Gott wohlgefallen habe. „Durch Glauben wurde Henoch weggenommen, damit er den Tod nicht sähe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn weggenommen hatte. Denn vor (seiner) Wegnahme hat er das Zeugnis erlangt, dass er Gott wohlgefallen habe“ (Hebräer 11:5). Da er in einer so engen Beziehung mit Gott lebte, erlitt er nicht den Tod wie jede andere Person, sondern Gott nahm ihn hinweg, um ihn für immer bei sich zu haben.

Das Leben bietet viel mehr als ein einfaches Dasein; es gibt uns die Gelegenheit Gott zu kennen und damit diesen Unterschied zu haben, etwas dazu zu haben, was leider vielen Menschen fehlt. Wie lang auch immer der Lauf sein wird, den wir auf Erden machen, der Herr wird ihm einen Sinn geben und uns aus der Nichtigkeit des Lebens retten. Nehmen wir deshalb die Ermahnung, die der Prediger an uns richtet: „Denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit, bevor die Tage des Übels kommen und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: Ich habe kein Gefallen an ihnen“ (Prediger 12:1). Wer immer du bist, jung oder alt, wenn dein Leben ohne Gott ist, gib ihm eine Wende und beginne mit Gott zu wandeln, wie Henoch es tat. Der Herr Jesus wird deine Existenz ändern. Schenk ihm Vertrauen, wende dich zu ihm und rufe ihn an! Sage: Herr Jesus, ich will dich kennen und dich in mein Herz aufnehmen!

Naaman

„Und Naaman, der Heeroberste des Königs von Aram, war ein bedeutender Mann vor seinem Herrn und angesehen; denn durch ihn hatte der Herr Sieg für Aram gegeben. Der Mann war ein Kriegsheld, (aber) aussätzig“ (2.Könige 5:1 und ff). Naaman, dieser starke und mutige Mann, steht für uns alle. Jeder von uns, in einer Weise oder in einer anderen, einer mehr der andere weniger, hat eine geschätzte Stellung in der Gesellschaft erreicht, oder er möchte sie erreichen. Einige begnügen sich damit ein guter Elternteil zu sein, ein guter Angestellter oder eine verlässliche Person; andere sind ehrgeiziger und trachten nach einem blendenden Auftrag. Aber wir alle sind, wie der Heeroberste des Königs von Syrien, aussätzig. In der Bibel stellt Aussatz die Sünde dar. Wie zu jener Zeit der Aussätzige aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, so entfernt und trennt uns jetzt die Sünde von Gott. Aber Naaman hörte von einem hebräischen Mädchen, das im Dienst seiner Frau stand, dass ein Prophet Israels ihn von seinem Übel hätte heilen können. So zog er los, in der Hoffnung von seinem schmerzhaften Zustand befreit zu werden. Das Mädchen hatte sehr wohl genau gesagt, dass er sich zum Propheten begeben sollte, aber er, in seiner menschlichen Art zu denken, begab sich zum König von Israel, seinesgleichen an Macht und Berühmtheit, nicht vom Mädchen empfohlen, sondern vom König von Syrien und brachte viele Reichtümer mit sich, mit welchen er dachte, seine Errettung erwerben zu können. Hätten wir nicht in gleicher Weise gehandelt? Die Errettung ist „eine Gabe Gottes“ (Epheser 2:8), aber wir wollen sie verdienen durch Anstrengungen, Opfer oder gute Taten. Nur Jesus vermag uns zu retten: „In keinem anderen ist die Errettung; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen“ (Apostelgeschichte 4:12). Dennoch wenden wir uns zu unseren Fähigkeiten und denken, dass wir uns dank unserer Willenskraft erretten können. Aber auch wenn die guten Lösungen, die oft unweigerlich fehlschlagen, zu einer Besserung unseres Benehmens führen würden, würde dies uns nicht erretten. In seiner Barmherzigkeit hat Gott den Propheten Elisa beauftragt, dem Naaman den Weg der Errettung zu zeigen. Elisa hat ihm einen Boten gesandt, welcher zu ihm sagte: „Geh hin und bade dich siebenmal im Jordan! So wird dir dein Fleisch wiederhergestellt werden und rein sein. Da wurde Naaman zornig und ging (weg)“ (2.Könige 5:8-12). Warum? Es war zu leicht, zu wenig, für einen Mann wie ihn; er konnte nicht glauben, dass eine so einfache Handlung ihn heilen könnte. Er hoffte, der Prophet selbst würde ihn heilen; er dachte, man würde einen Ritus organisieren, dass er etwas für seine Errettung vollbringen müsste oder, dass er zumindest etwas hätte zahlen müssen. Er verstand nicht, dass es nicht so sehr die Handlung des Waschens war, die ihn erretten würde, sondern die Tatsache, dass er glaubt und dem Befehl des Propheten gehorcht. „Da traten seine Diener herzu und redeten zu ihm und sagten: Mein Vater, hätte der Prophet eine große Sache zu dir geredet, hättest du es nicht getan? Wieviel mehr da er (nur) zu dir gesagt hat: Bade, und du wirst rein sein!“ Warum sollten wir nicht auf Jesus Christus hören, sobald er uns sagt, dass glauben genüge, um gerettet zu werden? „Da stieg er hinab und tauchte im Jordan siebenmal unter nach dem Wort des Mannes Gottes. Da wurde sein Fleisch wieder wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein“ (2.Könige 5:13-16). Naaman hatte auf seinen Stolz verzichtet, auf seine Ansprüche und hatte gehorcht. Er wurde vom Aussatz geheilt, weil er den Weg, den Gott ihm zeigte, annahm. Und wir? Sind wir bereit die Errettung, die Gott für uns vorbereitet hat, anzunehmen? Jesus bezog sich auf diese Geschichte, indem er sagte: „Und es gab viele Aussätzige in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde gereinigt als allein Naeman, der Syrer“ (Lukas 4:27). Warum wurden die anderen Aussätzigen nicht gereinigt? Weil sie nicht auf die Botschaft des Propheten hörten. Diese Geschichte zeigt, dass du nicht warten sollst; handle nicht wie die israelitischen Aussätzigen zu Elisas Zeit, sondern wende dich unverzüglich zu Gott und nimm in Einfachheit die kostenlose, zugängliche und wunderbare Errettung an, die Gott für dich vorbereitet hat.

Zeugnisse

Kindertaufe auf Wunsch der Eltern

Bei der letzten Kindertaufe, an der ich teilnahm, fand der taufende Pfarrer klare Worte: Der Glaube sei Voraussetzung für die Taufe, Jesus habe die Kinder gesegnet (Markus 10:13-16). Da das Baby nichts begreifen könne, werde die Taufe auf Wunsch der Eltern durchgeführt. Seit diesem Zeitpunkt bewegte mich die Frage, was geschehen würde, wenn die Eltern sich wünschten, dass man auch heute mit ihrem Kind verfahren würde, wie Jesus es tat: Er segnete sie, obwohl er gleichzeitig auch Erwachsene taufte (Johannes 3: 26). Dieser Frage nachgehend unterhielt ich mich kürzlich mit Herrn Dekan J. Wieser darüber, der sich keineswegs überrascht zeigte: Es sei heute kein Einzelfall mehr, dass Erwachsene statt Kinder getauft würden. Es hänge völlig vom Wunsch der Eltern ab, ob ein Kind getauft oder gesegnet werde, oder ob man einfach warte, bis es in der Lage sei, den Glauben an Jesus Christus selber zu bezeugen. Ich fand diese Einstellung recht vernünftig und war positiv überrascht über diese Antwort. Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen den Mut aufbringen, dem Wort Gottes mehr zu gehorchen als der Tradition, so wie ich es auch zusammen mit anderen tue.

Jesus, unser wahres Fest.

Jesus als der lebengebende Geist (1.Korinther 15:45) muss in unseren Geist, unser innerstes Sein, hineingeboren werden, wie Jesus in Johannes 3:7 spricht: „…ihr müsst von neuem geboren werden“. Wie erfahre ich dies? Jesus steht vor meiner Herzenstür, klopft an (Offenbarung 3:20), ich öffne ihm im Glauben mein Herz und bitte ihn, in mich hineinzukommen (Johannes 1:12-13). Dieses neue Leben in mir muss nun durch das lebendige Wort der Bibel genährt werden wie das eines Neugeborenen. „Seid wie neugeborene Kinder begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch diese wachst zur Errettung“ (1.Petrus 2:2). So genährt, wächst dieses Leben, breitet sich aus in meiner Seele (Verstand, Gefühl und Willen), macht Wohnung in mir. Nur SEIN LEBEN füllt all meinen Mangel aus und stellt mich voll zufrieden. So wird Jesus zu meinem wahren Fest. Er selbst nämlich ist die Erfüllung aller Feste des Alten Testamentes. In Johannes 7:37 steht: „Aber am letzten Tag, dem großen Tag des Festes, stand Jesus da, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!“

Jesus Christus - unsere Einheit

Kürzlich hat mich der Tod des Herrn sehr berührt. Woher nahm Jesus die Kraft, das Kreuz zu erdulden? Sicherlich aus seiner engen Verbindung zum Vater, aber auch aus der vor ihm liegenden Freude (Hebräer 12:2), seiner Braut, der Gemeinde. Die Gemeinde ist nicht nur ein Teil von Christus, sondern Christus selbst (1.Korinther 12:12). Christus, das Haupt, und die Gemeinde, der Leib, sind untrennbar. Wir alle können diese Einheit an unserem eigenen Leib tagtäglich erfahren und verstehen. Jedes Glied ist direkt mit dem Haupt und über das Haupt sind auch die Glieder miteinander verbunden. Wie werden wir nun Glieder des Leibes Christi? Indem wir Jesus in unser Herz aufnehmen (Johannes 1:12) und so von neuem geboren werden (Johannes 3:7). Jesus sehnt sich nach der Braut, einer „aufgebauten“ Gemeinde. Dazu müssen alle Glieder das Haupt festhalten, denn nur so wird der Leib zusammengefügt, zusammengehalten (Epheser 4:15-16). Dies ist also keine organisatorische, sondern eine organische Einheit. Jesus betet ja kurz vor seinem Tod: „dass sie alle eins seien, so wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Johannes 17:21)